Ende April erfolgte die offizielle Eröffnung des Dorfplatzes Schweinsdorf im Rahmen der Kirchweih mit dem stellv. Landrat Stefan Horndasch, dem Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Mittelfranken Wolfgang Neukirchner, Pfarrer Markus Dörrer und einem vollen Festzelt. Die ersten Überlegungen mit einem Dorfplatz begannen vor 15 Jahren, als 2011 das alte Pfarrhaus und 2012 angrenzende Fläche gekauft wurde. Erste Überlegungen gab es, die Pfarrscheune als Versammlungsort auszubauen. Auch gab es verschiedene Entwürfe, wie der Platz gestaltet werden könnte.
Doch ein passendes Gesamtkonzept drängte sich nicht auf. Schwung in die Sache ist gekommen, als das angrenzende Gasthaus seinen Betrieb eingestellt hat und große Gebäudeteile mitten in Schweinsdorf ohne Nutzung leer zustehen drohten. Das ehemalige Wirtshaus wurde zu Wohnraum umgebaut. Es wurden 9 Wohnungen errichtet, welche seit 2019 vermietet werden. Im Anschluss wurde in das Wirtschaftsgebäude der dringend benötigte Versammlungsort für unsere Bürger errichtet. Seit mittlerweile 5 Jahren freuen wir uns über die vielfältige Nutzung unseres DGH’s.
Zur Vollendung des Gesamtplans, wurde als letztes der Dorfplatz in Angriff genommen. Die anfängliche Hoffnung schnell und ohne große Kosten die verpflichtenden archäologischen Voruntersuchungen hinter uns zu bringen, erfüllte sich nicht. Je mehr und je tiefer die Erde geöffnet wurde, desto mehr wurde gefunden. Jeder weitere Fund sorge dafür, dass der Zeitplan sich nach hinten verschob und der Kostenplan sich weiter erhöhte. Zusätzlich musste mehrfach die Planung angepasst werden. Leitungen mussten verlegt werden, der Bodenaufbau musste geändert werden und auch der ganze Dorfplatz wurde angehoben, damit wir so wenig wie möglich in den Boden eingreifen mussten. Ohne zu sehr in Detail zu gehen, möchte ich zwei Punkte herausgreifen:
- Eine spätmittelalterliche unglasierte Schmuckkachel-Fragment mit Meerweibchendarstellung (Spätmittelalter 1300-1500)
- Ein Vertikaler Holzpfosten unterhalb der Kirche. Die ungewöhnlich starke Statur des Holzpfostens lässt auf eine Verwendung für ein größeres Gebäude schließen. Datiert wurde der Pfosten auf das Fälldatum 1128, also rund 200 Jahre vor dem Kirchenbau Otilia aus dem Jahr 1333. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich hierbei um den Vorgängerbau der heutigen Kirche handelte.
Was genau hier alles passiert ist und gefunden wurde, soll im Rahmen einer separaten Veranstaltung mit dem zuständigen Archäologe Bernd Kriens vorgestellt werden.
Neben dem Dorfplatz wurden auch 3 Bauplätze, die barrierefreie Erschließung des Friedhof, die Friedhofserweiterung und dringend nötige Parkplätze für’s Dorfgemeinschaftshaus geschaffen.
Damit das so alles umgesetzt werden konnte, darf ich hier an dieser Stelle ein sehr großes Dankeschön an das Amt für Ländliche Entwicklung aussprechen die uns sehr gut beraten und betreut haben. Aber auch ohne die finanzielle Unterstützung des Amtes für ländliche Entwicklung wäre dieser Kraftakt für uns nicht möglich gewesen.
Auch die 60.000 € Preisgeld der Auszeichnung „Heimatdorf 2023“, die wir für die Dorfplatzgestaltung erhalten haben, haben uns gutgetan.

Zur offiziellen Eröffnung des Dorfplatzes in Schweinsdorf brachte der stellv. Landrat Stefan Horndasch ein Fass Bier mit, welches gleich angestochen wurde. v.l.n.r.: Bgm. Manuel Döhler, stellv. Landrat Stefan Horndasch, Leiter Amt für ländl. Entwicklung Mfr. Wolfgang Neukrichner, Gerhard Ilgenfritz Landwehrbräu.