Wer nach Neusitz kommt, merkt ziemlich schnell: Hier passiert etwas. Nicht laut. Nicht spektakulär. Aber dafür ehrlich, gemeinschaftlich– und mit viel Herz. Da wäre zum Beispiel der Dorfladen „Alte Steige“, der längst mehr ist als nur ein Ort zum Einkaufen. Zwischen Kaffeeduft und frischen Brötchen trifft man sich dort zum Stammtisch, kommt ins Gespräch oder besucht einen der Vorträge für ältere Menschen. Dazu gibt es einen Bürgerbus, der Menschen mobil hält, einen modernen neuen Veranstaltungsraum im Rathaus und zahlreiche Verbindungen zu regionalen Seniorenbeiräten– etwa nach Rothenburg ob der Tauber. Kurz gesagt: In Neusitz wird Gemeinschaft aktiv gestaltet. Und genau deshalb passte die Urkundenübergabe am 18. Mai 2026 für die die Teilnahme an der Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“ dort besonders gut hin. Die Urkunde wurde an Edith Vogel übergeben. Sie engagiert sich als Seniorenbeauftragte der Gemeinde Neusitz seit vielen Jahren für das soziale Miteinander vor Ort, setzt sich besonders für ältere Menschen und Teilhabe im ländlichen Raum ein und möchte ihr Engagement weiter ausbauen. Begleitet wurde die Urkundenübergabe von Bürgermeister Manuel Döhler, 1. Bürgermeister der Gemeinde Neusitz. Die Urkunden erhielt Edith Vogel von Heike Engelbrecht von der Fachstelle für Demenz und Pflege Mittelfranken und Georg Weigl von Curatorium Altern gestalten. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch darüber, wie kulturelle Teilhabe im Alter insbesondere auch für Menschen mit Demenz– im ländlichen Raum weiter gestärkt werden kann und welchen Beitrag eine regionale und überregionale Vernetzung hierbei leisten kann. Besonders beeindruckend: Vieles, worüber andernorts oft noch diskutiert wird, ist in Neusitz bereits Realität. Der Bürgerbus unterstützt ältere Menschen bei der Mobilität. Der Dorfladen hat sich zu einem sozialen Treffpunkt entwickelt. Im Rathaus entstand ein neuer moderner Veranstaltungsraum für Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Gleichzeitig pflegt die Gemeinde enge Kontakte zu umliegenden Seniorenbeiräten und regionalen Netzwerken. Dass dieses Engagement weit über die Gemeindegrenzen hinaus wahrgenommen wird, zeigen auch mehrere Auszeichnungen. So erhielt die Gemeinde Neusitz unter anderem den Staatspreis 2024 „Land.Dorf.Zukunft“ für ihr besonderes Engagement zur Stärkung des ländlichen Raums und der Nahversorgung. Im Gespräch wurde deutlich, dass gerade kleinere und mittlere Gemeinden großes Potenzial für altersfreundliche und demenzsensible Angebote besitzen. Denn dort kennt man sich, unterstützt sich gegenseitig und schafft oft niedrigschwellige Begegnungsorte ganz selbstverständlich. Die Weiterbildung „Kultur, Teilhabe & Älterwerden“ setzt genau dort an: Sie möchte Menschen befähigen, kulturelle Angebote auch für ältere Menschen und Menschen mit Demenz offen und zugänglich zu gestalten. Dabei geht es nicht nur um Veranstaltungen. Sondern um echte Teilhabe. Darum, dass Menschen mit Demenz weiterhin mitten im Dorfleben dazugehören.
Wer Interesse hat die Ausbildung ebenfalls zu absolvieren, erhält weitere Infos bei Curatorium Altern gestalten Herrn Georg Weigl, dialog@alterngestalten.de, Tel. 09152-92 88 400.
